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31. Januar 2018

Jetzt kommen wir zum Thema Impfung. Wir finden es wichtig, sich vor einer Weltreise oder vor längeren Aufenthalte in tropischen Ländern richtig über die Krankheiten zu informieren und sich impfen zu lassen. Es gibt auch Leute, die nichts von Impfungen halten, das akzeptieren wir. Trotzdem empfehlen wir dir sich über die Gesundheit Gedanken zu machen und sich beraten zu lassen. Denn es wäre schade, wenn du deine Reise aufgrund einer Krankheit abbrechen musst.

 

Wie wir es gemacht haben:

Wir waren als Erstes bei unserem Hausarzt, um ihm unsere Pläne zu erzählen und gleich nach dem Beratungstermin wurde ich auch schon gepiekst. Da unser Arzt keine Genehmigung für die Gelbfieberimpfung hat, meinte er, dass wir uns beim Gesundheitsamt informieren können. Zusätzlich wurde uns die Seite www.crm.de/beratungsstellen weiter vermittelt. Hier kannst du die Gelbfieberimpfstelle in deiner Stadt finden.

Unsere Wahl fiel auf einen Tropenarzt, der selber 9 Jahre in Afrika war und dort haben wir gleich einen Termin zur Beratung ausgemacht. Das war die beste Entscheidung, denn er hat uns super beraten und konnte uns noch vieles über den richtigen Schutz gegen Malaria erzählen. Auch hier wurden wir beide sofort geimpft und sind nun top vorbereitet.

Wir raten dir mindestens 6 Monate vor deiner Reise mit den Impfungen anzufangen, denn es braucht seine Zeit, bis die Impfungen wirken. Außerdem benötigen einige Impfungen mehrere Injektionen, die mehrere Wochen Abstand haben müssen.

Was auch wichtig ist: klärt bei deiner Krankenkasse ab, ob sie die Kosten für die Reiseimpfungen übernimmt. Sarah ist bei der Techniker Krankenkasse, die so gut wie alles rückerstattet hat. Die AOK erstattet pro Jahr nur 50 Euro, egal wie viele Impfungen du im Jahr benötigst.

 

Welche Impfungen haben wir bekommen?

Hier informieren wir dich über die Impfungen, die wir für unsere Afrikareise erhalten haben. Diese Informationen ersetzen aber nicht den Besuch beim Tropenarzt, denn je nach Land und Reisestil können andere Impfungen anfallen bzw. einige wegfallen.

 

Polio, Tetanus, Diphtherie und Pertussis

Diese Impfung sollte man alle 10 Jahren auffrischen und übrigens ist sie auch in Deutschland empfehlenswert.

Folgen:
Polio: Kinderlähmung
Tetanus: Wundstarrkrampf
Diphtherie: Entzündungen der Atemwege
Pertussis (Keuchhusten): umgangssprachlich Stickhusten

Übertragung:
Tröpfcheninfektion durch Anhusten bei Pertussis und Diphtherie.
Schmierinfektion oder Kontaktinfektion durch kotverschmutzte Hände oder Gegenstände, aber auch Tröpfcheninfektion bei Polio.
Infizierte Wunden aus schlechten hygienische Gründen, auch mit Erde, bei Tetanus.

Die Impfung wird empfohlen, da meist in tropischen Länder und Länder der dritten Welt noch schlechte hygienische Verhältnisse herrschen.

Kosten:
Da es keine spezielle Reiseimpfung ist, wird diese von jeder Krankenkasse übernommen.


Hepatitis A+B

Folgen:
Gelbsucht und Leberschäden.

Übertragung:
Hepatitis A wird meist über verseuchte Nahrungsmittel übertragen und Hepatitis B verbreitet sich über Körperflüssigkeiten.
Die Impfung wird dringend empfohlen, besonders wenn man in Entwicklungsländer unterwegs ist.

Die Schutzimpfung gegen Hepatitis A und B bestehen jeweils aus 2 Injektionen, die in einem Abstand von 6 bis 12 Monaten geimpft werden.
Wir hatten zum Glück beide schon die Hepatitis B. Sarah hatte eine Hepatitis A Impfung, aber bei mir haben noch beide gefehlt.

Kosten:
Hepatitis A = 67,29 Euro pro Impfung


Typhus

Folgen:
Hohes Fieber, Bauchschmerzen und Durchfall. Unbehandelt kann es im schlimmsten Fall zum Tod führen.

Übertragung:
Durch verunreinigtes Wasser und Nahrungsmitteln, die mit Leitungswasser abgewaschen worden sind. Man sollte auf  Rohkost und Leitungswasser – Eiswürfel sind auch nur gefrorenes Leitungswasser! – verzichten, daher würde ich Wasser in verschlossenen Flaschen im Supermarkt kaufen und ganz einfach die Regel „Cook it, Peel it or Forget it!“ befolgen.

Heutzutage ist Typhus vor allem ein Problem der Entwicklungsländer und Länder mit geringen hygienischen Verhältnissen.

Man bekommt eine Injektion, die dann 3 Jahre lang hebt, jedoch schützt die Impfung nicht 100%, deswegen immer die Hygiene beachten.

Kosten:
28,68 Euro pro Impfstoff


Tollwut

Folgen:
Tödliche Gehirnentzündung

Übertragung:
Tollwut wird vom Tier auf den Menschen übertragen z.B durch einen Biss mit infiziertem Speichel.
Nach einem Tierbiss sollte man sofort einen Arzt/Krankenhaus aufsuchen, damit man weitere Tollwut-Impfungen erhällt.

Die Impfung besteht aus insgesamt 3 Injektionen, die man an verschiedene Tagen impfen lässt. Man sollte sich 7 Tage nach der ersten Impfung und dann nochmal 21 Tage später impfen lassen.

Kosten:
223,62 Euro für 3 Impfungen


Gelbfieber

Folgen:
Hohes Fieber und Organversagen

Übertragung:
Durch Stechmücken, die sich zuvor durch das Blutsaugen von infizierten Lebewesen angesteckt haben. Die Mücken sind auch tagsüber aktiv.

Eine Nachweispflicht besteht in viele afrikanischen und tropischen Länder, vor allem bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet.
Obwohl der Schutz ein Leben lang gewährt sein sollte, gibt es ein paar Länder, die darauf bestehen, dass die Gelbfieberimpfung nicht älter als 10 Jahre ist.

Von dieser Impfung hatten wir beide ein paar Nebenwirkungen wie z.B. Müdigkeit, Magenprobleme, Krankheitsgefühl und Kopfschmerzen. Nach einem Tag ging es uns aber wieder gut.

Kosten:
41,00 Euro pro Impfstoff


Meningokokken A, C, W135, Y

Folgen:
Eitrige Gehirnhautentzündung und Organversagen, die zum Tod führen können

Übertragung:
Tröpfcheninfektion (Anhusten) durch Erkrankte.

Als Reiseimpfung empfehlenswert für Länder im afrikanischen Meningitisgürtel z.B Tansania und Namibia.
Der Impfschutz besteht zu fast 100% und die Impfung ist gut verträglich.

Kosten:
50,72 Euro pro Impfstoff


Malariaprophylaxe

Folgen:
Leber und Milz versagen, schubartiges Fieber, Gliederschmerzen, Symptome wie bei einer Grippe

Übertragung:
Durch Stechmücken, die abends und nachts aktiv sind.

Bis jetzt gibt es gegen Malaria nur Tabletten und keine Impfung. Ratsam ist es sich beim Arzt aufklären zu lassen. Der Arzt wird dich über mehrere Arten von Prophylaxen, Wirkungen, Nebenwirkungen und Einnahmezeiten informieren. Da wir für 6 Monate in Afrika sein werden, wurde uns für die lange Reise nur ein Notfallmedikament empfohlen. Bei einem Urlaub von einer oder zwei Wochen würde es sich lohnen jeden Tag eine Tablette zur Vorbeugung einzunehmen, bei 6 Monaten jedoch nicht, da die Tabletten teilweise starke Nebenwirkungen haben können.

Sobald Fieber ensteht, sollte man sofort ein Arzt/Krankenhaus aufsuchen und sein Blut untersuchen lassen. Falls es keine Möglichkeit dafür gibt, sollte man sofort das Medikament nehmen.
Die Prophylaxe, die wir genommen haben, heißt Malarone (Atovaquon-Proguanil), diese ist von allen am besten verträglich. Eine Packung enthält 12 oder 24 Tabletten. Sobald der Notfall eintritt, muss man 4 Tabletten pro Tag nehmen.

Sehr wichtig: Nach einem Jahr eurer Rückreise bitte bei Symptome, wie oben geschildert, immer an Malaria denken und sofort einen Arzt aufsuchen.

Warum nur ein Notfallmedikament?
Unser Tropenarzt war selber für 9 Jahre in Tansania und Umgebung. Er hat uns erzählt, dass er im Jahr ca. 3 mal an Malaria erkrankte und immer mit dem Notfall-Medikament zurecht kam. Der Arzt meinte auch, dass es in Afrika genügend Stellen gibt, an denen man sich sein Blut untersuchen lassen kann und dass es fast überall ausreichend Medikamente gegen Malaria gibt. Also keine Panik, falls die erste Packung verbraucht wurde.

Doch die Prophylaxe reicht nicht als Schutz! Zusätzliche solltest du noch folgende Punkte beachten:

  • ein imprägniertes Moskitonetz benutzen
  • Insektenspray
  • eventuell imprägnierte Klamotten (Ja, die sind teuer, aber es lohnt sich)
  • abends und nachts lange Kleidung tragen

Kosten:
Die Packung mit 24 Tabletten kostet 68,39 Euro.
Unser Moskitonetz hat 54,95 Euro gekostet.
Insektenspray (150ml) kauften wir für 18,94 Euro.


Auf welche Impfungen haben wir verzichtet?

Nicht jede Impfung ist unbedingt notwendig, es kommt immer auf die Art an, wie man reist und für wie lange man in welchem Land bleibt.

 

Cholera

Folgen:

Durchfall und Erbrechen

Übertragung:

Cholera bekommt man über verunreinigtes Wasser. Daher sollte man in den betroffenen Ländern kein Leitungswasser, Eiswürfel oder mit Wasser abgewaschene Dinge zu sich nehmen.

Gegen Cholera gibt es Schluck- und Injektionsimpfstoffe, jedoch bieten diese keinen 100% Schutz. Wir haben uns gegen eine Impfung entschieden, da es ausreicht, wenn man auf die Hygiene achtet und auch hier die Regel „Cook it, Peel it or Forget it!“ beachtet.

Zusätzlich werden wir Entkeimungstabletten für die Reise mitnehmen, die in das Wasser geworfen werden, damit es trinkbar wird.


Unsere Kosten

LeistungenGesamtpreisErstattung TK
Beratungstermin Hausarzt (2x)20,22 €komplett
Beratungstermin Tropenarzt10,72 €komplett
Impftermin (6x)64,32 €komplett
Hepatitis A67,29 €60,56 €
Typhus28,68 €23,68 €
Tollwut (3x)223,62 €201,27 €
Gelbfieber41,00 €komplett
Meningokokken50,72 €45,65 €
Malariaprophylaxe68,39 €komplett
574,96 €535,81 €

Brauche ich einen internationalen Impfpass?

Früher gab es in Deutschland noch den weißen Impfpass zum aufklappen. Mittlerweile wird nur noch der gelbe internationale Impfpass ausgestellt, was aber nicht heißt, dass der weiße Pass nicht mehr gültig ist.
Doch je nach Land können andere Regeln gelten. Informiere dich deshalb am besten in der jeweiligen Botschaft/Konsulat.

Sarah hatte zwar noch den weißen Impfpass, jedoch hat sie für die Gelbfieberimpfung automatisch den internationale Pass bekommen. Der alte Impfpass wird dann einfach in den gelben „eingeheftet“.

 

Auf den Seiten www.crm.de und www.fit-for-travel.de kann man sich super über die reisemedizinische Vorsorge der einzelnen Länder informieren.

 

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