Tansania

Mit Delfinen schwimmen in Mkunguni

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13. März 2018

Unser Wecker klingelte um 5 Uhr morgens. Wir machten uns fertig und warteten im Wohnzimmer auf Alfredy… 20 min vergehen…45 min vergehen…1 Stunde verge.. ahh da ist er ja! Okay wir haben letztes Mal verschlafen, aber warum muss er ausgerechnet heute verschlafen? Wir wollen doch zu den Delfinen!! und die warten nun mal nicht auf uns…

Mit unserem Mietwagen sind wir in den Süden nach Mkunguni gefahren. Kurz bevor wir unser Ziel erreicht haben wartete schon ein Mann an der Straße und hat uns für 40 Doller angeboten mit ihm raus auf das Meer zu fahren. Das klang nach einem Fairen Preis, also haben wir zugestimmt.

„Wir müssen uns aber beeilen, es ist schon fast zu spät!“ Ohjeee! Schnell haben wir die nötigen Sachen zusammen gesammelt und sind ins Boot gestiegen.

Uns war klar, dass keine 100% Chance besteht, dass wir heute Delfine sehen. Uns war auch klar, dass 8 Uhr echt spät ist. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Die Fahrt ging eine gefühlte Ewigkeit! Am Anfang war das Wasser noch total ruhig und so klar, dass man immer den Grund sehen konnte. Ich habe die Fahrt total genossen und die ganze Zeit nach Delfinen Ausschau gehalten.

Nach einer halben Stunde wurde ich langsam ungeduldig. Immer mehr Boote kamen uns entgegen und fuhren wieder Richtung Festland. Ist es schon zu spät? Sind die Delfine schon zu weit weg?

Noch ein Boot kam uns entgegen. Dieses Mal schrie uns der Fahrer entgegen, dass es nicht mehr weit ist und wir uns beeilen müssen! Ein kleines bisschen Hoffnung war wieder da, aber dieses verflixte Boot fuhr einfach nicht schneller. Dann kam wieder ein Boot. Der Fahrer zeigte eine 4 und sagte irgendetwas aus Swahili. 4 Minuten noch? 4 Delfine noch? Was meinte er mit 4??

Die nächsten 10 Minuten kam uns kein Boot mehr entgegen. Ich habe nur darauf gewartet, dass unser Fahrer stoppt und sagt, dass wir umdrehen müssen, weil das Benzin uns nicht reicht. Ich dreh mich zu Michele um und sehe, dass er sich schon fast damit abgefunden hat. Er hat sich mehr Sorgen um das Wetter gemacht, weil es mittlerweile echt windig wurde und der Himmel schon fast schwarz war.

Ich wurde total unruhig und immer mehr Wellen schlugen gegen unser Boot. Schon wieder kam uns ein Boot entgegen. Dieses Mal zeigte der Fahrer eine 1. Aber was sollen die Zahlen bitte bedeuten? Immerhin weiß ich jetzt, dass da irgendwo Delfine sein müssen! Schon wieder stieg meine Hoffnung!

Wir sind jetzt seit 1 ½ stunden auf dem Meer und weit und breit sind keine Delfine zu sehen.
Der Fahrer meinte, dass wir schon sehr weit raus gefahren sind und nicht mehr lange weiter fahren können…

Doch auf einmal schrie der Fahrer und zeige nach vorne: „Dolphins!!“ Ich suchte das ganze Wasser ab, aber ich konnte nichts sehen! Der Fahrer zeigte immer noch nach vorne und ich folgte seinem Finger. Es kam eine Große Welle und auf einmal sah ich eine Flosse raus ragen! Ich kann es nicht glauben!! Wir haben es geschafft! Wir sind bei den Delfinen!!

So schnell ich konnte habe ich mich umgezogen, die Tauchermaske aufgezogen und mich an den Bootsrand gesetzt. Das Boot kam zum stehen und bevor der Fahrer irgendetwas sagen konnte, war ich schon im Wasser! Ich tauchte wieder auf, holte Luft und suchte die Delfine. „Look down! Look Down!“ Schnell schaute ich runter und da sah ich sie!

Es waren ungefähr 20 Delfine, die seelenruhig in einer Reihe schwammen und sich nicht um die Menschen kümmerten, die ins Wasser sprangen.

Nach ein paar Sekunden musste ich wieder auftauchen, da ich viel zu hektisch war und zu viel Wasser geschluckt hatte.

Also bin ich wieder ins Boot gestiegen, damit wir die Delfine weiter verfolgen können.
Michele und Alfredy waren mittlerweile auch fertig umgezogen und bereit ins Wasser zu springen.

Beim nächsten Stopp sind wir alle drei gesprungen. Wieder musste ich auftauchen und mich erst einmal orientieren. Der Fahrer schrie und zeigte nach vorne. Ich schwamm ein Stück nach vorne und schaute runter. Dieses Mal konnte ich den Moment total genießen.

Unter mir waren 6 Delfine und da war sogar ein Baby, welches neben seiner Mutter schwamm.
Es war einfach so unfassbar schön! Ich hatte das Gefühl, dass ich mit den Delfinen schwimme und total dazu gehöre.

Michele konnte seinen ersten Sprung auch nicht wirklich genießen, da er zu sehr mit der Atmung und der Tauchermaske beschäftigt war.

Beim dritten Mal holte ich meine GoPro raus. Wir Sprangen alle ins Wasser und genossen zum letzten Mal den Anblick. Diesen Moment werden wir nie vergessen! Wie wir über den Delfinen waren und zuschauen konnten, wie ein kleines Baby neben seiner Mutter schwimmt.

Als wir alle drei wieder im Boot waren, fuhren wir ein letztes Mal hinter den Delfinen her, damit wir noch ein paar Bilder machen konnten.

Und jetzt wurde es Zeit wieder zurück zu fahren. Ich holte meine GoPro und wollte mir das Video anschauen. Auf einmal merkte ich, dass die Klappe von der Elektronik nicht richtig geschlossen war. So ein scheiß! Die GoPro war jetzt natürlich am Arsch, aber hoffentlich war wenigstens das Video gespeichert…

Der Weg zurück zum Festland war ein komplettes Chaos! Die Wellen wurden immer stärker und nach einer Stunde hat es heftig angefangen zu regnen. Ich machte mir darüber absolut keine Gedanken, da ich einfach viel zu glücklich war, aber für Michele war es heftig. Erst als der Fahrer selber eine Rettungsweste holte, wurde es auch für mich komisch.
Immer wieder schlugen heftige Wellen gegen das Boot und das ganze Wasser flog rein.

Bei jedem Strand hofften wir, dass es unser Strand ist und wir angekommen sind, aber so war es nicht. Erst eine halbe Stunde später kamen wir bei unserer Bucht an. Das Boot lenkte zum Strand und wir konnten endlich aussteigen.
Wir waren komplett durchnässt und durch den Wind war es richtig kalt.

Nun konnten wir uns abtrocknen und in neue Klamotten schlüpfen. Unser Fahrer meinte noch, dass wir für die Fahrt mehr zahlen müssen, da es einfach zu weit weg war. Also haben wir insgesamt 70 Dollar gezahlt, was trotzdem noch relativ günstig war, denn gestern im Norden hätte die Fahrt 120 Dollar gekostet.

Später haben wir noch erfahren, dass die Zahl, die uns gezeigt wurde, die Anzahl der Boote war, die noch bei den Delfinen sind. Wenn da kein Boot mehr wäre, wäre es zu schwer die Delfine zu finden.

Auf der Fahrt zurück nach Stone Town wurden wir wieder von einem Polizisten angehalten und mussten eine halbe Stunde lang über unser kaputtes Bremslicht diskutieren. Dieses Mal kamen wir aber davon, ohne Geld zu zahlen!

Zuhause habe ich sofort geschaut, ob auf der Speicherkarte von meiner GoPro das Video gespeichert ist.
Ich sehe die Datei, öffne sie und lese die Nachricht: Datei fehlerhaft…


Das Video zum Beitrag

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4 Comments
  1. Antworten

    Holden Caulfield

    17. März 2018

    Wow, I really enjoy your blog, but these african people are charging quite a lot of money… It’s basically THEFT!!! Don’t you think they abuse you people because you’re western-europe?

    • Antworten

      Sarah & Michele

      18. März 2018

      Thank you! Yes, sometimes. But I think this is not only in Africa…

  2. Antworten

    Clemens | Travellersarchive.de

    14. März 2018

    Krass, wart ihr wirklich so nah? Das ist ja der Hammer!

    • Antworten

      Sarah & Michele

      16. März 2018

      Hi Clemens, Ja waren wir! Das war der Wahnsinn! Gerade haben wir das Video zum Beitrag online gestellt 🙂

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